Die Erzeugung von grünem Wasserstoff in der Europäischen Union wird durch die in der Delegierten Verordnung (EU) 2023/1184 festgelegten RFNBO-Strombezugskriterien definiert. Diese legen fest, unter welchen Bedingungen der für die Elektrolyse eingesetzte Strom als vollständig erneuerbar eingestuft werden kann. Zentrale Ausgestaltungselemente sind dabei Zusätzlichkeit, zeitliche und geografische Korrelation.
Während sich die Ausgestaltung der Kriterien vor allem an der Sicherstellung der klimapolitischen Ziele und der Systemkonsistenz orientierte, beeinflussen diese Kriterien auch direkt die Kostenstruktur, die betriebliche Flexibilität sowie die Beschaffungsoptionen von Wasserstoffprojekten. Vor dem Hintergrund zunehmender Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und Kosten von Wasserstoffprojekten hat die Europäische Kommission die Überprüfung des regulatorischen Rahmens auf das Jahr 2026 vorgezogen.
Die in diesem Papier vorgestellte Analyse kombiniert modellbasierte Auswertungen, praktische Perspektiven von Branchenakteuren aus dem Kooperationsforum Elektrolyse sowie ausgewählte Stakeholderpositionen, um die Kostenwirkungen des aktuellen regulatorischen Rahmens zu bewerten. Die folgenden Kernaussagen fassen die zentralen Ergebnisse zusammen: